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Alt 15.03.2016, 20:01
frank frank ist offline
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Standard 3. - 21,1 km – Venloop – 22.03.2015


Positiv
  • Viele Parkplätze
  • Relativ Flache Strecke
  • Tolle Organisation
  • Optionales Laufshirt
  • Gute Stimmung
  • Keine Staus
  • Der Bahnhof Venlo liegt für Bahnfahrer in unmittelbarer Nähe ( Fußweg ca. < 10 Minuten )
  • Viele verschiedene Disziplinen
  • Medaille

Negativ
  • Strecke 100 % Asphalt
  • Landschaftlich überschaubar schön

Hup Holland Hup…so lautet der Schlachtruf unserer Niederländischen Nachbarn…
Hup Baumberg Hup...das war mein Schlachtruf

Venloop – kurz und knackig gesprochen ist das DER geilste lauf den ich im Jahr 2015 erleben durfte. Aber….wenn interessiert schon kurz und knackig

Wir – Michael und ich - waren Anfang März auf dem Neandertallauf. Während ich mich so ziemlich auf alles während des Laufens konzertieren musste ( Atmen, damit mir der Sauerstoff nicht ausgeht – nach vorne schauen, das ich nicht gegen die nächstbeste Ampel laufe – usw. ) bekam ich neben mir eine Unterhaltung zwischen Michael und einer Läuferin mit, die über die schönsten Läufe hier im Umkreis am Sinnieren waren. In dieser Unterhaltung viel dann auch Venloop und das dies einer DER schönsten Läufer überhaupt sein soll.

Während des Rennens dachte ich da nicht weiter drüber nach, da mein Gehirn halt im Konzentrationsmodus lief aber als ich abends wieder heil und glücklich Zuhause angekommen bin, erinnerte ich mich an dieses Gespräch und bemühte mal wieder Tante Goggle für weitere Infos.

Nach dem ich so die ersten Laufberichte dazu gelesen hatte, stand für mich fest - dat will ick machen.....obwohl ich niemalsnie einen Halbmarathon in meinem Leben gelaufen bin aber hey...der Mann wächst mit der Herausforderung...
Muttern sagte mir mal – Wir sind hier nicht bei Wünsch dir was, sondern bei so isses…tja....und dieser Spruch passte zu 100 Prozemt zum Venloop....Mein Wunsch war ein Startplatz zu erwerben und die Realität war, das der lauf schon seit Monaten ausgebucht war…

Unser Glück war allerdings das Unglück der anderen - denn so knapp 14 Tage vor dem Start wurde plötzlich „ebay Kleinanzeigen“ mit Startplätzen für Venloop geradezu überschwemmt. Relativ viele Leute boten da nämlich ihre Startplätze für kleines Geld an. Die meisten Läufer gaben als Verkaufsgrund an, das sie Verletzungsbedingt nicht am Venloop teilnehmen konnten….

Das einzige was man nach dem privaten kauf noch mussten, war die Startplätze im Internet auf den jeweiligen Namen umzubuchen. Das kostete noch einmal eine Kleinigkeit, ging aber flott und unbürokratisch.

Der Start war für den frühen Nachmittag geplant und so hatten wir am Renntag genügend Zeit, um uns ganz gemütlich richtig Venlo zu bewegen. Ich hatte nicht die geringste Ahnung, was uns da so erwartete, hatte aber natürlich mitbekommen, das in Venlo weit über 10.000 !!! Läufer erwartet wurden…10.000 Läufer…..das musste man sich mal auf der Zunge zergehen lassen….Wahnsinn.

Wir brachen bei uns so gegen 12.00 Uhr gen Venlo auf. Die reine Fahrstrecke lag unter 100 km und somit hatten wir genügen Zeitreserven eingeplant und konnten evtl. Staus damit egalisieren.

Irgendwann im Jahr 2010 - oder so - wurde Venlo mal so ein „bißchen“ umgebaut. Bißchen bedeutet bei den Jungs und Mädels der "Klotschenfraktion", das man die Maas zwar da gelassen hat wo Sie war aber der ganze Rest wurde halt ein wenig umstrukturiert…

Das Ergebnis dieser kleinen Umbaumaßnahme war, das man über die Autobahn an Venlo vorbei geführt wurde und dann mehr oder weniger durch den Hintereingang nach Venlo kam. Grundsätzlich tolle Idee aber durch die Baustellen die mit dem Umbau einher gingen, hat man ein Nadelöhr mit Staupotential erschaffen.

Mein Tipp - nehmt den Schleichweg über die alte Route.

Dazu fährt man kurz vor der Niederländischen Grenze von der A61 runter, auf die B 221. Wenn man unten an der Autobahnausfahrt ist, fährt man rechts und dann an der nächsten größeren Kreuzung links ( Deller Weg ). Diesem folgt man dann einfach in Richtung Venlo.

In der Nähe des Stadions ( De Koel ) knubbelts sich zwar ein bisschen aber in diesem Bereich fangen auch die Umfangreichen Parkplatzfelder für die Läufer an. Parkplätze gabs nämlich reichlich und es gab auch jede Menge Verkehrsordner, die für einen reibungslosen Parkablauf sorgten.

Wenn man dann seinen Parkplatz gefunden hatte, musste an nur noch ein paar Meter zum Stadion gehen, da ab da die Pendelbusse zum Start losfuhren.
Das mit den Pendelbussen war auch schon das einzige kleine Manko, da verdammt viele Menschen auf den Pendelbus warteten.
Uns war es einfach zu kalt und wir hatten keinen Bock an der Haltestelle festzufrieren also gingen wir zu Fuß in Richtung Startplatz…ist ja auch irgendwie dämlich….da fährt man 100 KM um nach Venlo zu kommen, kauft sich einen Startplatz übers Internet damit man 21 km laufen darf und dann nimmt man den Bus…..

Vom Stadion / Parkplatz sind es lockere 15 Minuten Fußweg bis zum Startplatz
Umso näher wir dem Startbereich kamen um so wurde ich mir der Superlative dieses Rennens bewusst. Der Julianapark – das war der Startbereich – war umgeben von Läufern, Besuchern und im Park waren jede Menge Zelte aufgebaut.

Auch hier zeigte sich wieder das Organisationstalent unserer Nachbarn – trotz dieser Menschenmassen und dem doch eher begrenzten Raum, gab es keine Drängelei. Geht mal zum Weihnachtsmarkt nach Köln auf dem Neumarkt…weniger Menschen, mehr Platz und ohne Gedrängel kommt man da eigentlich nur rüber, wenn vor oder nach den offiziellen Öffnungszeiten darüber schlendert…ansonsten sieht man nämlich nix von den Buden und jeder 3. Besucher drückt einem seine Phosphatstange auf der Jacke aus oder nutzt selbige, um die Zigarette auszubekommen…

Der Startbereich liegt gegenüber dem Haupteingang vom Julianapark. Startschuss sollte um 14.00 Uhr sein und irgendwie hat sich bei mir das Ritual eingebürgert, das ich kurz vor dem Start noch einmal auf Toilette musste. Auch hier gibt’s ein dickes Lob für die Veranstalter. Für Mann gabe es jede Menge Pissoirs und für Frau und Mann ( Thema großes Geschäft ) gab’s auch jede Menge Dixies.

Dazu fällt mir nämlich wieder Köln als negativ Beispiel ein – da waren beim Brückenlauf auch gefühlte 10.000 Menschen aber dafür gab’s da nur gefühlte 10 Dixies…da stehen sicherlich heute noch Läufer an…und der Startschuss war im Sommer 2015….
Nach dem Man(n) also die wichtigsten Dinge erledigt hat und sich von seiner Frau verabschiedet hat, ging’s in Richtung Startzone.

Auf den Startnummern waren die Startblöcke aufgedruckt. Diese Startblöcke wurden nach der erwarteten Zielzeit verteilt und diese Zielzeit gab man bei der Anmeldung an. Man darf sich zwar in den Startblöcken weiter nach hinten stellen aber man darf nicht weiter nach vorne gehen – macht ja auch Sinn, da man ansonsten eine laufende Blockade wäre.

Wir stellten uns so gegen 13.30 Uhr in die Startaufstellung, in den letzten Block, ganz nach hinten….

Der Lauf um das Bayerkreuz war mein erster Wettkampflauf und Venloop sollte mein erster Halbmarathon werden und da ich noch nie in meinem leben über diese Distanz gegangen bin, waren die hintersten Ränge sicherlich nicht sooooooo falsch gewählt…

Der Startschuss viel so gegen 14.00 Uhr ABER da vor uns gefühlte 10.000 Läufer standen und diese gerade nicht – wie in Köln – vor den Dixies warteten, dauerte es fast eine halbe Stunde, bis wir die Startlinie überquerten.

Über der Startlinie war ein Gerüst aufgebaut, vom dem die Läufer mit Musik beschalt wurden, auf dem tanzende Mädels standen und wo Feuerspucker !!! den Läufern ein cooles Programm boten.

Bis zur Startlinie war es eher ein walken aber unmittelbar nach der Startlinie setzte sich das Feld laufenderweise in Bewegung. Man muß das einfach mal mitgemacht haben – Mind.10.000 Menschen die lostraben und sich anfänglich durch die engen Gassen von Venlo schlängelten. Ganz Venlo schien dafür auf den Beinen zu sein – die Zuschauer standen zu Hauf am Straßenrand und jubelten, klatschten und machen mal so richtig Party. Die ollen Käseschuppser sind voll die Partytiere…und das für eine Sache, wo ich gedacht hatte, das ist eine Randsportart – absoluter Wahnsinn !!!

Das ist auch schon das was den Venloop so unglaublich toll macht – In Venlo steppt der Partybär und die Menschen sind aus dem Häuschen und feiern ausgelassen und wenn man denkt, außerhalb von Venlo lässt der Partywahnsinn nach, hat seine Rechnung ohne die Jungs und Mädels von „Down Under“ gemacht – da geht’s dann nämlich erst einmal so richtig rund mit der Paula...

Jedes Dorf, was man durchläuft, macht bei dieser Laufparty mit. Die meisten kleinen Dörfer waren toll geschmückt mit Luftballons über der Straße und mit Wagen, auf denen Musikbands coole Motivationsmusik spielten. Man hatte so den Eindruck, das keiner der Dorfbewohner Zuhause saß, sondern das alle am Straßenrand standen, um zu klatschen und zu jubeln….entweder das oder das waren alles Besucher….ist auch egal, denn die Stimmung war Hammer !!!

Ich bin ja nun der absolute Laufanfänger aber bei meinen ersten beiden Läufen ist mir schon eins aufgefallen – es ist egal ob man alt/jung/dick/dünn/schnell/langsam ist – in der Läufergemeinschaft wird man sofort integriert und da rümpft auch niemand die Nase, wenn man den Durchschnittlichen Normanforderungen ( Geschwindigkeit / Laufstil / usw. ) eines Idealläufers NICHT entsprach.

Was mir aber noch besser gefällt am Laufsport – die unglaubliche Hilfsbereitschaft untereinander. Selbst wenn mal nur links stehen bleibt, um Luft zu schnappen, dauerts nie lange, bis ein Mitläufer fragt ob alles Roger ist.

Diese Hilfsbereitschaft hoben die Venlooper auf ein neues Level – selbst Zuschauer fragten einen, ob alles OK ist und ob Sie helfen können…Top.

Toll waren aber nicht nur die Zuschauer und die perfekte Organisation – toll waren natürlich auch die Mitläufer. Vielleicht viel mir das ganz besonders dolle auf, da ich so zimelich als letzter ins Ziel kam und ich von so ziemlich jeden überholt wurde….ich wurde nämlich von so munteren Gesellen wie Oberlix, der freiwilligen Feuerwehr, dem Osterhasen, einem Wikinger und ein paar anderen spaßigen Mitstreiteren.
OK – ich wurde auch von einem Walker Päärchen überholt und ein Passant im E-Rollstuhl ließ mich ebenfalls stehen aber eine ältere Dame mit Rollator kam zwar auf Augenhöhe ran aber die ließ ich dann doch stehen….kann auch am technischen defekt des Rollators gelegen haben

Egal – erzählt das mal einem Fremden….“Ich wurde gestern vom Osterhasen und einen Wikinger überholt“ – das bringt einem mit hoher Sicherheit eine 10er Session beim örtlichen Dorfpsychologen ein

Der Venloop ist ein reiner Straßenkurs und dementsprechend ging es zu 100% über Asphalt. Wie ich schon oben geschrieben hatte, gab’s am Rand der Strecke einige Live Bands, die einen über die Strecke trugen.
Verpflegungspunkte gabs ebenfalls reichlich – insgesamt 4 Stück strategisch verteilt. An diesen Stellen gabs Wasser, Iso, Cola, Bananen, usw. – also auch die Versorgung war Bombe

Zielzeit für den Venloop Halbmarathon ist 180 Minuten und ich muß echt sagen, das ich damit mein Problem hatte.
Durch meine häufigen Walkingzwangseinlagen verflog die Zeit geradezu und am Ende durchquerten wir nach 02:58 die Ziellinie.
Und obwohl wir so ziemlich die letzten waren, die über die Ziellinie flogen, standen im Zielbereich noch jede Menge Menschen, die einen die letzten Meter in Ziel jubelten…phantastisch !!!

Ich war körperlich so etwas von am Ende – das hatte ich in dieser Form noch nie erlebt. Das absolute Highlight zum Ende war dann aber die Medaillenvergabe. Jeder Finisher erheilt nämlich eine schöne Medaille vom Venloop. Im Zielbereich gab’s dann aber auch noch einmal Getränke und Bananen.

Auch wenn ich das wohl nicht mehr extra sagen muß, da die Organisation des Laufes über jeden Zweifel erhaben war aber der Vollständigkeit erwähne ich das trotzdem – vom Julianapark gingen natürlich wieder Pendelbusse zu den parkenden Autos. Diesmal mussten wir auch nicht lange auf einen Bus warten, da die meisten Läufer schon weg waren – ist der Vorteil wenn man so ziemlich als letzter ins Ziel kommt

Also alles in allem eine ganz klare Empfehlung !!! Ein Top Lauf und eine Top Veranstaltung mit einem netten Ergebnis, was ich mindestens erwartet hatte…..21,1 km zu überleben



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