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Alt 16.04.2016, 16:20
frank frank ist offline
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Standard 42,195 km - Wien - 10.04.2016




Positiv
  • Gute Anbindung ans öffentliche Verkehrsnetz
  • Startplatz sehr gut beschildert
  • Schöne breite Strassen
  • Gute Verpflegungspunkte
  • Wahlmöglichkeit Halbmarathon / Marathon, wenn man den Marathon gebucht / bezahlt hat
  • Medaille

Negativ
  • Strecke 100 % Asphalt
  • Simmung eher überschaubar an der Strecke
  • Strecke echt langweilig
  • Teilweise läuft man einfach nur stupide eine Straße hoch um diese wieder auf der anderen Seite zurück zu laufen
  • Viel zu wenig Toiletten
  • Klopapier sollte man sich besser selber mitbringen
  • Gefühlte 3 Liveband auf 42 km - Beim Berlin Halbmarathon gefühlte 40 auf 21,2 km
  • Nachzielbereich war Verpflegung eher Mau - Wasser gabs + 1 Erdinger Alkoholfrei
  • Viele Sehenswürdigkeiten wurden einfach ausgelassen ( Lauf ging z.B. am Prater vorbei, statt durch )
  • Man musste einen Tag vorher anreisen, da Startnummern am Renntag nicht ausgegeben wurden



Wien - Theatre of Emotions....

So lautete das Motto des diesjährigen Marathons / Halbmarathons in Wien. Das Motto war ganz nett und passte nicht schlecht aber aus meiner Warte betrachtet, hätte ich das Motto eher Theatre of Pain genannt...

Wie immer, starte ich mit dem Bericht am Anfang...alsooooo gaaaaaaanz am Anfang....

Es war einmal, vor langer langer Zeit, ein leicht übergewichtiger Fußläufer aus dem wunderschönen Dorf Treemountain am noch wunderschöneren Rhein.
Dieser Fußläufer gehörte zur Einheit der Ovalen und das Banner seiner Einheit zierte eine Birne.
Der allergrößte Wunsch dieses Fußläufers war es, einmal am Turnier der Fußläufer im fernen Reich der Öster teilzunehmen.

In diesem Turnier mussten die Teilnehmer auf einer Strecke von 21,1 km oder 41,995 km ihre Härte und Ausdauer beweisen. Ruhm war denjenigen Gewiss, die die Tücken der Strecke bezwangen und den roten Teppich der Ehre erreichten.
Da nur die besten der besten eine Chance hatten dieses Turnier unverletzt zu überleben, gab es auch nur 40.000 Startplätze und da die Wettkämpfer aus aller Welt kamen um sich miteinander zu messen, waren die verfügbaren Turnierplätze schnell vergriffen.
Die Auserwählten mussten lediglich zwei Voraussetzungen erfüllen - 90 Silberlinge für die kaiserliche Schatztruhe und eine gültige Ausreiseerlaubnis des heimischen Machthabers.

Letzteres war einfach, da ihm die Ausreiseerlaubnis per Geburtsrecht erteilt wurde aber die 90 Silberlinge für die kaiserliche Schatztruhe waren eine schier unüberbrückbare Hürde - dies war nämlich ein vielfaches des Monatssolds eines normalen Ovalen Fußsoldaten.

Aber - wo ein Wille ist, findet sich auch ein Weg oder anders gesagt "If you can dream it, you can do it "...der tapfere Recke ernährte sich Monatelang nur von den Früchten des Feldes und sparte jeden Silberling für das große Ziel im fernen Reich der "Öster".... und obwohl der Weg hart und voller Entbehrungen war, hatte er am Ende die benötigten 90 Silberlinge für die Kaiserliche Schatztruhe...

Und so begab es sich, das der Recke im Jahre 2015 AD die Starturkunde per kaiserlicher Depesche aus dem fernen Reich der Öster erhielt. Die Urkunde enthielt den genauen Ort und die genaue Zeit der Zusammenkunft und endete mit dem Satz :

"Blut, Schweiß und Tränen fordern wir ein und Ruhm und Ehre bieten wir...."

Und so kam es, das sich der tapfere Recke im Jahre 2016 AD in das ferne Reich der Öster begab.....

So oder so ähnlich werden wohl die Barden im 12. Jahrhundert einem Heldenepos für einen Sportler begonnen haben. Wir sind aber nicht im 12. Jahrhundert und die Berufsgattung der Barden hat sich auch ziemlich rar gemacht und so bleibt eigentlich nur eine Gemeinsamkeit über....der ovale Recke aus Baumberg, der sich nach Wien aufmachte


Letztes Jahr hatte ich schon so einige 10 km Läufe hinter mir gebracht und wagte mich mich so nach und nach an die 21,1 km heran. Bei der suche nach neuen Läufen stieß ich auf die Beschreibung des Wien-Marathons.
Da ich Grundsätzlich ein sehr spontaner Mensch bin und ich gerne Herausforderungen annehme, meldete ich mich auch relativ spontan zu dem Marathon an...relativ deswegen, weil ich erst Tina noch von meiner sehr abstrusen Idee überzeugen musste.
Die Wiener boten 2 Distanzen an - einmal einen Halbmarathon Distanz und dann den Marathon. Da ich mich für Wien schon im Juni 2015 anmeldete, hatte ich noch fast 12 Monate um für das Projekt "Marathon 2016" zu trainieren.
Manchmal ist es einfach so und Rückblickend betrachtet vergingen die Monate bis zum Marathon wie im Fluge. Ich bin zwar z.T. 4 x die Woche laufen gewesen aber so richtig kam ich nie ans Marathontraining. Und so hatten wir dann ganz plötzlich und totaaaaaaaal unerwartet April 2016 und ich war mir beim besten Willen nicht sicher, ob ich einen halben oder ganzen Marathon laufen wollte. Das Schöne am Wien Marathon ist, das man sich für den Marathon anmeldet und dann während des Laufs die Entscheidung treffen kann, ob man nun einen Marathon oder halben Marathon laufen möchte. Das gilt nur für den Marathon mit dem Wahlrecht - wenn man sich zum Halbmarathon angemeldet hatte, musste man diesen auch zu Ende laufen und man konnte nicht mal eben spontan auf die "Marathondistanz" wechseln...

Vor der Qual der Wahl stand aber erst einmal das "Wie kommt man dahin" und ich persönlich favorisierte eigentlich die Bahn. Man steigt abends in die Bahn ein, hat je nach Wahl ein Schlafabteil und kommt früh morgens ausgeschlafen und wach am Ziel an.
Vorteil ist aber nicht nur, das man ausgeschlafen ist, sondern man kommt auch ziemlich früh morgens an und hat den ganzen Tag noch vor sich. Was ich auch als Vorteil ansehe - der Zoch hält Wien HBF und somit mitten im Zentrum. Man steht nicht an irgendeinem dusseligen Kleinstflughafen und muss sich erst in die Innenstadt "kämpfen". Auch steht man nicht Ewigkeiten am Kofferband und muss auf sein Köfferchen warten. Preislich - wenn man frühzeitig bucht - fangen die Schlafabteile ab ca. 100 Euros an.
Nach dem Tina und ich zu diesem Thema in Konklave gegangen sind, entschieden "wir" uns fürs Flugzeug. Flugzeit liegt bei 1,5 Stunden, preislich liegt pro Person bei um die 50 Euro. Start war Ddorf Flughafen und Ziel war Wien Flughafen.

Im heutigen Internetzeitalter hatten wir alle Infos recht schnell zusammen und haben die Flüge dann direkt auf der Air Berlin Homepage gebucht. Abflug war Samstag 17.00 Uhr in Ddorf und Ankunft sollte 1.30 Uhr in Wien sein.

Ein paar Tage, nach dem wir den Flug nach Wien gebucht hatten, bekam ich vom Veranstalter eine Info mail zu dem Marathon. Wo geht’s los, wo ist das Ziel, wie viele Getränkepunkte gab es, usw. Usw. Usw.
Eher beiläufig und desinteressiert flog ich über den Bereich der "Startnummernausgabe" und blieb mit den Äugelein an dem Satz hängen "Startnummernausgabe nur auf der Messe. Keine Nummerausgabe am Sonntag"....und da machte es Peng....
Ich dachte mir noch, das sollte doch passen - Samstags abends landen, Taxi hüpfen, zur Messe rauschen und Bingo.
Leider leider leider, machte ich die Rechnung aber ohne die Messe - die machte nämlich um 19.00 Uhr die Rollläden runter. Lt. Google brauchten wir aber 25 Minuten vom Flughafen zur Messe und egal wie positiv ich da ranging - 18.30 Uhr landen, 19.00 Uhr macht die Messe dicht, 25 Minuten Fahrzeit tiefsten Wiener Feierabendverkehr....ohne zu Beamen....keine Chance.
Passenderweise hatten wir die Flüge in einem Anflug von Sparsamkeit so gebucht, das man nicht umbuchen konnte...falsch....umbuchen konnte man zwar aber dazu mußte man komplett neu buchen und die alten Tickets verfielen....ganz Dolle Wurst.

Eine erneute Konklave brachte das Ergebnis - Tina Flugzeug, ich Zoch. Dann würde ich Samstagsmorgens in Wien einlaufen und könnte erst die Startnummer einsammeln und dann Tina vom Flughafen. Hier brannte aber nun etwas die Zeit, da der Zoch fast ausgebucht war.
Alsooooooo...buchte ich den Zug nach Wien und "gönnte" mir ein 6er Schlafabteil.

Wenn man nun denkt, das wir durch waren - Pustekuchen
Ungefähr 48 Stunden vor Aufbruch, überlegte die Tina sich, das es doch besser wäre, wenn wir zusammen mit dem Zug fahren würden......und es kam wie es kommen musste - ich hockte wieder vor dem PC und buchte eine weitere Zugfahrkarte für Tina. Leider - und das sagte ich Tina sehr deutlich - gab es in diesem gigantischen Zug nach Wien nur noch einen einzigen Sitzplatz und der war in einem 6er Sitzabteil in der Mitte.
Das schreckte Tina aber nicht sonderlich ab - sie wollte mit dem Zug fahren und basta...

So hatten wir dann für unsere Reise nach Wien, 2 Flugtickets und 2.Zugtickets - wenn das mal keine Verschwendung war.....

Das muß ich aber Rückblickend auch als ganz klaren Negativpunkt an Markern - wenn ich aus Wien und Umgebung komme passt das. Man huscht mal eben zur Messe, holt sich die Unterlagen und ist Rechtzeitig zum Abendbrot wieder Zuhause.
Alle Läufer ohne Wohnort, Verwandtschaften oder Freundschaften in Wien, waren gezwungen einen Tag vorher anzureisen und sich für diesen Tag ein Hotelzimmer zu nehmen.

Freitags abends war’s dann so weit - wir hatten den Koffer gepackt, alles was wichtig war - hoffentlich - eingepackt und los gings in Richtung Hellerhof SBahn.
Von da aus sind wir dann in 17 Minuten zum Ddorf HBF gefahren. Ich hatte das ja schon in einem anderen Bericht geschrieben - der Düsseldorfer HBF rangiert in meinem Bahnhof Ranking irgendwo ganz unten herum.

Obwohl wir noch fast 1 Stunde Zeit hatten, stand unser Zug nach Wien schon auf dem passenden Abfahrtsgleis und der erste Hauch von Österreich wehte einem mit dem Schaffner entgegen - der sprach nämlich einen erstklassigen Ösi Akzent.

Natürlich hielt uns nichts mehr auf dem Bahnsteig, da wir sofort unser Heim für die 12 Stunden Zugfahrt inspizieren wollten. Anfingen wollten wir mit Tinas Abteil, welches wir auch ziemlich schnell fanden – der Zug war ja nun auch nicht der Hogwarts Express und eher überschaubar groß.

Tinas Abteil war ein Sitzplatzabteil mit 6 Sitzplätzen – 3 auf der einen Seite und 3 auf der Gegenüberliegenden Seite. Da wir – wie gesagt – „etwas“ spät in Sachen Fahrkartenbuchung waren, konnten wir in dem gesamtem Zug nur noch einen Sitzplatz auftreiben und der befand sich eben in dem 6er Sitzabteil, in der Mitte.
Mal abgesehen davon das es in dem Abteil ein wenig nach tote Katze gerochen hat ( Wurde scheinbar schon ein paar tage nicht mehr gelüftet ) war Tina nun nicht so richtig für den Sitzplatz zu begeistern ( Verständlicherweise ). 12 Stunden zu sitzen, in einem Abteil was müffelt und wo man den mittleren Sitzplatz zwischen Fremden hatte….es gab zwar schlimmeres aber so richtig viel auch wieder nicht.

Nach dem Tinas Begeisterung im Basement angekommen war, sind wir mal ein paar Schritte in Richtung 6er Schlafabteil gewandert. Also ich war begeistert – das ganze hatte so ein bisschen von Jugendherberge. Jeweils 3 Schlafplätze übereinander und gegegenüber voneinander. Die Matratze war sehr bequem, kostenloses Wasser stand bereit und die Bettwäsche roch frisch…nicht wie in Tinas Sitzabteil.
Abgesehen davon gab’s kostenlos Getränke und der Kellner….öhhhh Schaffner kam vorbei und fragte, was man morgens gerne Frühstücken wollte. Einziger Wermutstropfen war die bettlänge – Ohne zu messen würde ich sagen, das diese 1,799999999 Meter lang war. Ich mit meinen 1,80 Meter passte so etwas von haargenau auf die Matratze – wäre ich einen cm größer, wärs schon unbequem gewesen.

Da der Zug mittlerweile schon losdampfte, brachte ich Tina noch ins Abteil und dann gings für mich schon in die Pofe. Ich habe noch nicht einmal großartig mitbekommen, wie meine „Mitbewohner“ die restlichen 5 Betten in Beschlag genommen haben…so fest habe ich geschlafen.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte, suchte ich erst einmal meine „Einheit“ aber die kam mir in Form von Tina schon entgegen marschiert. Arme Tina – die Nacht wahr schlaftechnisch für Tina eher fürn Arsch. Aber als kleine Entschädigung habe ich Tina die Hälfte meines kostenlosen Kaffees überlassen

Wir sind dann auch planmäßig Wien HBF angekommen. Das schöne war – der Wiener Bahnhof ist echt schon eine Hausnummer aber dank der wirklich perfekten Ausschilderung, fanden wir erst unseren Ausgang und anschließen – nach knapp 10 Minuten – unser Hotel Schani. Gebucht hatten wir das natürlich schon von Zuhause aus und obwohl wir echt früh am Hotel waren und offizieller Bezugs Termin erst um 14.00 Uhr war, konnten wir schon einchecken und ins Zimmer.

Apropos einchecken – das ganze geschieht Vollelektronisch und man bekommt sofort 2 Schlüssel ausgedruckt!!! das Hotel war die Wucht – das ganze hatte irgendwie etwas von Ikea. Angefangen vom Eingangsbereich, über die Lobby bis zum Zimmer hin. Aber das war nicht negativ – ganz im Gegenteil. Wir kennen so einige Hotels aber das hatte seinen ganz eigenen und sehr positiven Charme. Schaut euch da mal die Bilder von unserem Zimmer an – ihr werdet das Hotel mögen ( das sagen überings auch die meisten User auf Tripadvisor ).

Wir haben unsere Koffer / Taschen in die Ecke geschmissen und machten uns sofort auf zur Startnummernausgabe. Diese befand sich etwas außerhalb aber war trotzdem sehr schnell und einfach zu erreichen.
Das U-Bahn Netz in Wien ist sehr einfach aufgebaut und man wartet normalerweise nicht länger wie ca. 3 Minuten auf einen UBahn. Zur Startnummernausgabe musste man nur einmal umsteigen und die U-Banh hielt fast unmittelbar neben dem Haupteingang der Messe. Und obwohl ja immerhin 40.000 Leute erwatet wurden, war es auf der messe zwar voll aber wirklich nicht unangenehm voll. Wartezeit bis zum Einlaß waren rund 10 Minuten und nach dem man dann die Halle einmal durchquert hatte, war man auch schon an der Startnummernausgabe angekommen. Dort brauchte man noch einmal 5-10 Minuten und dann hielt man seine Startnummer in den Fingern.

Wir sind danach noch ein bisschen durch die Messehalle geschlendert. Die dortigen Stände waren eher die alt Bekannten – Adidas, Asics, usw. und das Preisniveau war eher hoch bis teuer.
Für ein Eventshirt musste man rund 30,00 € hinlegen und vom Prinzip her sah das aus wie das Berlinshirt – aber was solls, man lebt nur einmal und da habe ich mir dann noch eins gekauft
Da ich ansonsten alles hatte und nichts mehr brauchte, sind wir dann auch langsam in Richtungs Ausgang geschlendert. Da waren dann mittlerweile auch schon einige wartende Leute in der Schlange.

Praktischerweise lag die Messe / Expo unmittelbar neben dem Prater und den Bereich konnte man schlendert in ca. 10 – 15 erreichen. Aber ganz ehrlich – hinter dem Prater hatte ich mehr vermutet. Vielleicht erstrahlt der Prater im Sommer in einem besseren Glanz oder vielleicht muß man auch nachts dort hin gehen aber als wir da so drüber geschlendert sind, fand ich den Prater ziemlich runtergekommen. Die Farben der einzelnen Buden waren verblichen, z.T. waren die Attraktionen sehr ungepflegt und verwittert. Die einige Attraktion die echt etwas her machte, war das alte Riesenrad. Dem sah man schon von weitem an, das da auch genügend finanzielle mittel im Backround waren, um die Gesamtanlage zu pflegen…aber den Rest fand ich halt eher enttäuschend.
Als dann endlich der nächste morgen kam, war ich komischerweise eher unaufgeregt. Hier hatte ich jetzt nun fast ein ¾ Jahr daraufhin gefiebert und jetzt war der Tax X und ich war komplett locker drauf.
In meiner üblichen Routine zog ich meine Laufklamotten an, packte noch den Rucksack, schnappte mir meine gesamte Technik ( GoPro + Polar ) und dann gingen Tina und ich auch schon Richtung Wien HBF. Vom da aus Gings dann mit der Ubahn zum Startplatz.

Wir waren eigentlich ziemlich früh dran, um das ganze ziemlich Stressfrei hinter uns zu bringen. Obwohl wir aber schon so früh aus den Federn gehüpft sind, waren doch schon einige Läufer unterwegs.
Die Haltestelle der UBahn lag absolut hyperoptimal – nämlich einen Steinwurf vom Startplatz entfernt. Von der U-bahn bis zum Start waren es max. 5 Minuten Fußweg und von denen stand man alleine schon 4 Minuten in der Schlange der anderen Läufer.
Mein Startplatz war der letzte Block aber da wir eben noch recht früh dran waren, nahmen wir uns die Zeit uns erst einmal in Ruhe umzuschauen. Der Start war unmittelbar vor dem Gebäudekomplex der vereinten Nationen – hat schon etwas kultiges. Im Startbereich stand dann ein großer Wagen von Coca Cola und da konnte man sich dann noch kostenlos Wasserflaschen nehmen. Von der Beschilderung war eigentlich alles klar und man konnte sich gar nicht verlaufen.
Bei all dem gut Organisierten fand ich aber eins echt negativ – die Toiletten.
ich habe es mir irgendwie angewöhnt vor dem Start noch einmal auf Toilette zu gehen. Für die Männer und das kleine Geschäft standen mobile Pissoirs auf einem Grünstreifen. Für die Frauen oder die Männer mit dem großen Geschäft standen Dixies ( In Ösiland heißen die halt nur anders ) an der Seite bzw. es gab einen !!! Toilettenwagen. Für die 40.000 Läufer gab es vielleicht gefühlte 20 Dixies und dementsprechend lange stand man in der Schlange vor dem PlastikWC. Wir hatten im Nachhinein echt Glück, das wir so früh dran waren, denn wir standen mal knappe 30 Minuten im Toilettenstau. Und als Mann denn endlich auf den Plastikthron durfte, gabs kein Toilettenpapier ehr – ganz dolle Geschichte.
Glücklicherweise hatte ich noch die Startunterlagen von der Messe ( Also natürlich nicht die Startnummer ) und konnte mir so behelfen aber ich fand das war echt eher ein Armutszeugnis !!!
Start sollte um 09.00 Uhr sein aber damit waren dann die Top Läufer gemeint. Mein Startblock – also der ganz ganz ganz hinten, startete so gegen 09.45 Uhr. Gut das ich da noch meine Jacke anhatte, da es beim besten Willen nicht warm war am Starttag in Wien.
Jau – und dann gings los. Das GO kam und als Startmusik lief irgendetwas Klassisches. Unmittelbar nach dem Start gings dann erst einmal über die Donau. Da dies mein erster Marathon werden sollte regulierte ich meine Geschwindigkeit relativ runter und lief nach wenigen km eigentlich meine Wohlfühlgeschwindigkeit.
Die Verpflegung der Läufer war wirklich gut – es gab Wasser, Powerrade und Bananen. Die Verpflegungsstellen kamen so alle 5 KM.
Wien als Stadt finde ich wirklich sehr sehr schön aber der Lauf bzw. die Strecke war jetzt eher lang und weilig. Zuschauer standen eher vereinzelt am Straßenrand, Live Bands waren nun auch nicht so stark vertreten ( ich hätte jetzt mal gesagt max. 3 auf dem gesamten Cours !!! ) und ab und dann lief man mal ewig lange Straßenzüge lang, wo man von Lautsprecher mit Musik beschallt wurde, die ich vorher noch niemals nicht irgendwo gehört hatte.
Auch gab es einen Abschnitt wo man gefühlte 4 km nach oben lief, nur um dann auf der anderen Straßenseite wieder zurück zu laufen.

Was den Wienlauf sehr interessant machte – man hatte noch während des Rennes die Wahl, ob man 21,1 km laufen wollte oder aber eben 42,2 km. Einzige Voraussetzung war, das man für den Marathon gebucht war ( Logisch, der kostetet ja auch mehr wie der Halbmarathon ). Nach rund 20 km kommt dann nämlich eine Abzweigung – rechts gings ins Halbmarathon Ziel und links hatte man dann halt noch einmal 21,1 km vor sich.

Da ich mich nach rund 20 km echt noch gut fühlte, entschied ich mich relativ spontan für die nächsten 21,1 km – ich wollte also heute meinen ersten Marathon laufen.

Was ganz blöd war und was mir schon fast vorher klar war – ich hatte eine Woche zuvor meine schön eingelaufenen Laufschuhe in den Müll geworfen, da diese einen Riß in der Seite hatten. Ich kaufte mir dann einen Satz neue Schuhe und als ob es vorprogrammiert gewesen wäre, bekam ich ab ca. 21 km meine ersten Blasen am Fuß. Die nächsten 10 km gingen dann noch so halbwegs aber ab km 30 machte sich das dann richtig bemerkbar. Es fühlte sich an, als ob ich auf nackischen Fleisch laufen würde und so war dann jeder km eine echte Tortour.

„Lustigerweise“ waren dann auch die letzten 2 km eine echte Plackerei. Eigentlich sollte man denken, wenn man 40 geschafft hatte, dann waren die letzten 2 km ein klacks – aber ganz weit gefehlt. Die letzten 2 km fühlten sich an wie die ersten 40 km. Wenn ich so meine Zielfotos sehe, hätte ich auch mal ganz locker als Statist bei „The walking dead“ mitmachen können – der Laufstil hätte ganz locker gepasst und Kopfmäßig war ich eigentlich auch ziemlich am Ende….aber ich habe den Marathon beendet !!!

Der Zieleinlauf war ein absoluter Gänsehautmoment und unmittelbar nach der Ziellinie bekam man seine Medaille..sozusagen der Lohn für die ganze arbeit.

Rückblickend betrachtet fand ich den Wien Marathon nicht besonders schön. Gute war halt die Anbindung an den öffentlichen Verkehrsmitteln und das alles super ausgeschildert war aber das war’s auch schon mit dem positiven.

Negativ war, das man gezwungen wurde, einen Tag vorher anzureisen um die Startnummer abzuholen. Die Toiletten waren definitiv zu wenig ( Ganz zu Schweigen vom fehlenden Toilettenpapier ), die Strecke empfand ich ganz persönlich als absolut unspektakulär, Zuschauer waren rar, Unterhaltungsprogramm an der Strecke war bestenfalls rudimentär vorhanden, Musik war jetzt auch nicht so der Burner, die Strecke war teilweise einfach nur ein gerades und sehr stupides „Geradeauslaufen“, man lief manche Bereiche dieser Strecke doppelt. Wenn ich dagegen den Halbmarathon in Berlin eine Woche zuvor betrachte, war dieser um längen besser !!!

Irgendwie beschlich mich das Gefühl, das hier die Gewinnoptimierung des Veranstalters zu lasten des Laufs ging. Ich werde jedenfalls in Wien nicht mehr am Marathon teilnehmen, dafür gibst genügend andere, schönere Läufe, wenngleich auch Wien eine super tolle Stadt ist.

Dieses Jahr werde ich mich wohl noch für den Berlin Marathon anmelden, in der Hoffnung das die Organisation + Stimmung auch nur Ansatzweise an den Berliner Halbmarathon herankommt.

Das war mein Wienbericht und ich hoffe, es hat euch gefallen
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